Schulen setzen immer mehr auf das aktive Lernen der Schüler


Das traditionelle Lernmodell, bei dem Schüler still sitzen und zuhören müssen, wird es in dieser Form schon bald nicht mehr geben. Schüler legen immer mehr das passive Verhalten ab, bei dem sie lediglich den Lehrern zuhören, und werden stattdessen immer aktiver und lernen immer eigenständiger. Technologische Innovationen, die sich ändernden Anforderungen der Arbeitswelt und Untersuchungen der Lernumgebung führen zu einem neuen, aktiven Lernen im Bildungswesen.

Ein neues, kreatives Zeitalter

Bevor es das Internet gab, entwickelten Lehrer und Professoren viele Jahre lang Methoden, um den jüngeren Generationen nützliche Informationen zu vermitteln. Heute geben uns Technologien wie Google die Möglichkeit, nahezu alles zu lernen. Diese Informationsquellen haben die Lernmethoden von Grund auf verändert. Heute kann jede Person mit einem Internetzugang in aller Welt die eigenen Interessen verfolgen und sich neue Fähigkeiten aneignen.

Eine Gruppe aus in einem Kreis sitzenden Schülern in einem Klassenzimmer, die dem Vortrag eines Schülers an einem Whiteboard zuhören

Darüber hinaus hat unser globales Netzwerk zu einer immer vernetzteren Arbeitswelt mit immer komplexeren Beziehungen geführt. Konkurrierende Unternehmen können Branchen vom anderen Ende der Welt aus dominieren und Start-ups können mächtige Unternehmen mit innovativen Geschäftsmodellen überflügeln. Neue Herausforderungen bedeuten auch immer neue Ansprüche. Arbeitgeber möchten Talente mit Fähigkeiten aus dem 21. Jahrhundert für sich gewinnen, um die einzigartigen Probleme zu lösen, die sich ihrem Unternehmen heute stellen. Zu diesen Fähigkeiten zählen unter anderem die Anpassungsfähigkeit, Kommunikation, Kreativität und Innovation. Diese Fähigkeiten erfordern vollkommen neue Bildungsmethoden, die den Lernenden ganzheitlich fördern, anstatt lediglich zahlreiche Fächer zu lernen.

Technologien fördern den „umgedrehten Unterricht“

Neben dem Internet werden ebenfalls Technologien der Videoaufzeichnung immer intensiver eingesetzt und deren Nutzung wird immer unkomplizierter. Das Internet und Videoaufzeichnungen haben eine vollkommen neuartige Lernmethode ermöglicht: - den umgedrehten Unterricht. Anstatt in der Schule Vorträgen zuzuhören und zu Hause zu üben, sehen sich Schüler im Vorfeld von Lehrern aufgenommene Vorträge zu Hause an und üben gemeinschaftlich in der Klasse.

Zwei Schüler in Drehstühlen, die sich mit einer Frau unterhalten, die vor einem Whiteboard steht

Diese Lernmethode sorgt ebenso wie der globale Internetzugang für mehr Gleichberechtigung. Unabhängig von der häuslichen Umgebung und den außerschulischen Verpflichtungen: Alle Schüler erhalten beim aktiven Lernen dieselbe Unterstützung der Lehrer. Es wird sofort auf Fragen oder Unsicherheiten reagiert. Somit werden Schüler nicht nur ermutigt, sich selbst aktiv einzubringen, es wird ihnen auch die Frustration genommen, sich alleine mit neuen Informationen auseinandersetzen zu müssen. 

Umgedrehter Unterricht bedeutet aktives Lernen

Die frei zugänglichen Informationsquellen und der zunehmende Anspruch an Kreativität in der Arbeitswelt haben die Rollen des Lehrenden und Lernenden von Grund auf verändert. Lehrer sind nicht länger Hüter von Informationen, sondern vielmehr Führer und Unterstützer. Es liegt nun in der Verantwortung der Schüler, aktiv zu lernen, anstatt sich passiv Wissen vermitteln zu lassen. Um diese Rollen erfüllen und dieses Lernmodell anwenden zu können, müssen traditionelle Klassenzimmer umgewandelt werden. Fest installierte Tische sind nicht förderlich für das aktive Lernen der Schüler. Lehrer und Schüler benötigen stattdessen eine aktive Lernumgebung, in der sie sich frei bewegen, Informationen darstellen, Ideen diskutieren und gemeinschaftlich arbeiten können.

Ein kollaborativer Raum mit einem bodenhohen Whiteboard, einem Regal und einem Tisch mit orangefarbenen Stühlen und einer Projektionsleinwand.

Studien haben ergeben, dass Schüler ihre Leistung und ihr Engagement im umgedrehten Unterricht steigern können. Darüber hinaus fördert der Fokus auf gemeinschaftliches Arbeiten die Interaktion zwischen den Schülern und ihren Lehrern.  Gruppenarbeiten in der Schule bereiten Schüler ideal auf die Arbeitswelt vor, da dort viele Projekte von Teams aus verschiedenen Abteilungen gemeinsam durchgeführt werden. Darüber hinaus werden deren Fertigkeiten der Kommunikation und Problemlösung gestärkt.

Der Trend hin zu aktivem Lernen

Der Trend geht weltweit immer intensiver zum aktiven Lernen. Gemäß einer Umfrage von SOPHIA Learning lag der Anteil der Lehrer, die einen umgedrehten Unterricht gaben, im Jahr 2012 bei 48 Prozent. Nur zwei Jahre später lag dieser Anteil bereits bei 78 Prozent. Steelcase Education ist Partnerschaften mit vielen Universitäten und Schulen in den Vereinigten Staaten und Europa eingegangen, um aktive Lernumgebungen zu schaffen, darunter das Institut International de Lancy in Genf in der Schweiz, die Texas A&M University und die Hochschule für angewandte Wissenschaften (HM) in München. In all diesen Klassenräumen liegt der Fokus auf einem speziellen Aspekt: der Mobilität.

Drei Schüler mit Laptops an einem Tisch, die einem Jungen zuhören, der an einem Whiteboard seine Arbeit präsentiert

Laut dem Vizepräsidenten der HM, Dr. Klaus Kreulich, besteht der größte Vorteil der neuen, aktiven Lernumgebungen in der Flexibilität. „Durch diese Flexibilität im Klassenzimmer erhält der Lehrer die Möglichkeit, mehr als Coach zu agieren. Dies ist meiner Meinung nach ein riesiger Vorteil. Somit können die Schüler miteinander arbeiten, miteinander sprechen. Sie sind aktiver. Sie verlassen ihre Rolle als bloßer Zuhörer und werden zu aktiven Lernenden.“

Eine Möglichkeit, die Flexibilität zu steigern, besteht in dem Einsatz von mobilem Mobiliar. PolyVision wird bald ein neues, mobiles Whiteboard auf den Markt bringen. Das beidseitig nutzbare Whiteboard aus a3 CeramicSteel stellt eine kollaborative Fläche zur Verfügung und ermöglicht es Lehrern und Schülern, das Klassenzimmer bei Bedarf umzugestalten. Durch mobile, nebeneinander positionierte Whiteboards entsteht ein Display, an dem Ideen gesammelt werden können. Die einzelnen Boards können hingegen für kleinere Gruppen genutzt werden.

Die Lernerfahrung aktiv gestalten

Das Bildungswesen muss sich grundlegend ändern, um das Engagement und die Leistung der Schüler zu steigern und um diese besser auf die Arbeitswelt vorzubereiten. Lehrende aus aller Welt nutzen das Modell des umgedrehten Unterrichts mit aktivem Lernen, um ihre Bildungsmethode an die Standards des 21. Jahrhunderts anzupassen. Durch die Integration von Technologie und Mobilität können Schüler engagiert lernen und sich neue Fähigkeiten aneignen, die sie für die Zukunft brauchen.

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